Lieder und Lautlosigkeiten der Nacht
freie IMPROVISATIONEN zu Texten von Khalil Gibran


Monika Ecker, Cello
Johannes Söllner, Klavier
Andreas Lang, Rezitation

 

Lieder und Lautlosigkeiten der Nacht ist eine poetisch-musikalische Reise, die ganz den Gesetzen der Improvisation folgt. Sowohl die Auswahl der Texte als auch die musikalische Gestaltung bleibt dem Augenblick überlassen. So entsteht eine freie, spontane Musik, die den Zuhörer einlädt den Texten nachzusinnen und der Entwicklung der Musik zu folgen, die für Spieler wie Publikum gleichermaßen neu und voller Überraschungen ist.

Khalil Gibran wurde 1883 im heutigen Libanon geboren, emigrierte bereits mit 12 Jahren nach Amerika und lebte bis zu seinem Tod 1931 in Boston, Paris, dem Libanon und New York.
Er entstammte einer christlich-maronitischen Familie, hatte aber immer auch Kontakt zum Islam, insbesondere dem Sufismus. Im Studium wendete er sich der bildenden Kunst und der (europäischen und arabischen) Literatur zu und wurde selbst erfolgreicher Maler und Schriftsteller. Sein Hauptwerk „Der Prophet, das im Mittelpunkt des heutigen Abends steht, verfasste er in englischer Sprache – es wurde in 40 Sprachen übersetzt und ist eines der meistverkauften Bücher des 20. Jahrhunderts.

Wie kein anderer stellt Khalil Gibran in seiner poetisch-bildhaften Sprache, in seinen Texten über Leben, Liebe und Leid des Menschen ein Bindeglied dar zwischen den islamisch-sufistischen Traditionen des Orients und der christlich-humanistischen Überlieferung des Okzidents. Er erkundet das Wesen des Menschseins über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg und zeigt das verbindende Element der großen Weltreligionen auf. „Du bist mein Bruder, dich liebe ich. Ich liebe dich, wenn du dich niederwirfst in deiner Moschee und wenn du kniest in deiner Kirche und wenn du betest in deiner Synagoge. Du und ich, wir sind Söhne eines Glaubens – des Geistes.

 

 

 Monika Ecker und Johannes Söllner lernten sich während ihres Rhythmikstudiums an der Musikhochschule Freiburg kennen und improvisieren seit über fünf Jahren zusammen. Dabei beherrschen sie diese Kunst in verschiedenen Stilistiken wie Barock, Klassik und Jazz. Als Pioniere entwickelten sie Konzepte zur Zwölfton-Improvisation. Ihre große Liebe gilt jedoch zuallererst der Freien Improvisation. Frei von stilistischen Grenzen entwickeln sie eine klangliche Sprache, die dort beginnt, wo Worte enden.

Monika Ecker vervollständigte nach einem klassischen Cello-Studium ihre Ausbildung mit einem Masterstudium Barockcello und arbeitet nun als freischaffende Cellistin. Ihr besonderes Interesse gilt der Verbindung von Musik, Tanz, Schauspiel und Text, zuletzt in der Performance „Stirb und Werde für 5 Tänzer und 1 Cellistin und im Figurentheaterstück „Transfiguro von Anita Bertolami.

Johannes Söllner studierte Schulmusik, Mathematik, Rhythmik sowie Musiktheorie. Er lehrt Musiktheorie und Gehörbildung an den Musikhochschulen in Freiburg und Karlsruhe und forscht zur Geschichte der Improvisation. Daneben ist er als freiberuflicher Dirigent und Pianist tätig, komponiert und arrangiert Instrumental-, Vokal- und Hörspielmusik. Seit Herbst 2011 studiert er im Master-Studium Improvisation in Leipzig.

Andreas Lang arbeitet und forscht an der Schnittstelle von Text und Musik. Nach dem Musik- und Germanistikstudium in Freiburg ist er Gymnasiallehrer in Tübingen und arbeitet an einer Dissertation über Textvertonungen. Außerdem geht er einer breitgefächerten künstlerischen Tätigkeit als Komponist und Interpret (Klavier, Gitarre, Keyboards) nach.

Hörbeispiel:
Liveaufnahme in der Martinskirche Freudenstadt:
Eröffnungsteil